Chronik

Wir blicken nun auf über 60 Jahre "Schachclub Bellheim" zurück - auf eine Zeit, in der viel geleistet wurde, sich einiges verändert hat, in der es auf und ab ging und viele Erfolge erreicht wurden, worauf der Club heute mit Recht stolz sein darf.

Ende der 40er Jahre, also schon geraume Zeit vor der Gründung des Schachclubs, fand sich in Bellheim eine Gruppe von Schachfreunden zusammen. Die Anfänge vollzogen sich in den Privaträumen der Schachfreunde Alfred Walter und Gerold Schmitt. Hierzu gesellten sich die Schachspieler Karl Becht, Paul Reichert und Werner Dörrzapf. Schon bald nach diesen privaten Treffen wurde in das ehemalige "Café Wenzel" in der Zeiskamer Straße gewechselt, womit das erste Spiellokal gefunden war. Einmal in die Öffentlichkeit getreten, wuchs das Interesse an dem königlichen Spiel, so dass sich weitere Schachfreunde einfanden.

Im Jahr 1949 war es dann soweit: Der Schachclub Bellheim 1949 wurde ins Leben gerufen. Die Gründungsmitglieder waren: Karl Becht, Gerold Schmitt, Alfred Walter, Werner Dörrzapf, Paul Reichert, Reinhold Bößer und Willi Haag. Zum ersten Vorsitzenden wählte man Gerold Schmitt. 1950 gesellten sich Theo Brenner und Otto Kern hinzu.

Schon bald nach der Gründung des Schachclub Bellheim und der Teilnahme am überörtlichen Spielbetrieb, erstmals startete man 1951 in der Kreisklasse, erwies sich das Spiellokal "Café Wenzel" als zu klein und es wurde in die Gaststätte "Zum Hirsch" gewechselt. In den Folgejahren befand sich der Schachclub Bellheim ständig auf der Suche nach einer geeigneten Bleibe. So wechselte man ins "Cafe Sommer", von dort in die Gaststätte "Zur Blume" und schließlich in das langjährige Vereinslokal, dem "Gasthof Braun". Seit 1990 steht dem Schachclub zudem ein eigener Raum im alten Rathaus zur Verfügung, der nach der Schließung des Gasthof Braun als alleiniger Vereinsraum genutzt wird und optimale Voraussetzungen für Training und Mannschaftskämpfe bietet.

Seit der Vereinsgründung nimmt der Schachclub Bellheim regelmäßig am Spielbetrieb in den verschiedenen Spielklassen auf Bezirks-, Pfalz- und Rheinland-Pfalz-Ebene teil. Nach dem sofortigen Aufstieg von der Kreisklasse, spielt seit 1952 immer eine oder gar mehrere Mannschaften des Clubs auf Bezirksebene. Mit dem 1.Platz in der Bezirksliga gelang 1980 der Sprung in die Landesklasse. Dies wurde möglich durch die zu dieser Zeit vorbildliche Jugendarbeit von Werner Laubersheimer. Durch die dann aus Rülzheim hinzugekommenen Spieler Rainer Zwick, Jörg Wilk und Martin Ehses sowie dem vom aufgelösten Schachclub Oberhaardt gekommenen Dr. Karlheinz Croissant, gelang in der darauf folgenden Saison 1980/81 sofortige Aufstieg in die Regionalliga. Dort spielte man mit wechselnden Erfolgen bis zur Saison 1991/92, als der Gewinn der Vizemeisterschaft ausreichte, um sich für die neu gegründete 2. Rheinland-Pfalz-Liga zu qualifizieren. Doch dies war noch nicht das Ende des Höhenfluges.

Im Spieljahr 1994/95 wurde mit 16:2 Mannschaftspunkten vor Schott Mainz 2 die Meisterschaft in dieser Klasse gewonnen und der Aufstieg in die 1.Rheinland-Pfalz-Liga war perfekt. Spieler der damaligen ersten Mannschaft waren: Jörg Wilk, Gerd Reichling, Pascal Flierl, Christian Fromm, Heiko Hauck, Rainer Kopf, Martin Ehses und Frank Rosenland. Hinzu kamen die sehr erfolgreichen 'Ersatzspieler' der zweiten Mannschaft wie Karlheinz Croissant, Ingo Gellendin, Gerald Endres und Thomas Kopf. Trotz zum Teil übermächtiger Gegner konnte man sich bis 1999 erfolgreich gegen den Abstieg aus der 1. Rheinland-Pfalz-Liga wehren und so manch namhaften Gegner, wie z.B. in der Saison 1997/98 dem späteren Meister SC Thallichtenberg mit GM Meduna, gegen den Olaf Nazarenus ein Remis erreichte, überraschende Niederlagen beibringen.

Das die Spielstärke im Verein auch in der Breite ständig zunahm, bewies das Abschneiden unserer übrigen Mannschaften. Unsere Zweite spielte in dieser Zeit in der  2. Pfalzliga, die Dritte in der Bezirksliga und dazu kamen noch drei weitere Mannschaften.

Sehr erfolgreich waren auch unsere Einzelspieler. Rainer Zwick konnte die Pfalzmeisterschaften in den Jahren 1983 und 1984 gewinnen. Angelika Klöditz gewann den Pfalzmeistertitel der Damen 1987 und wurde Vize-Pfalzmeisterin 1986. Dazu kamen noch der 3. Platz der Rheinland-Pfalzmeisterschaft 1988 und der 2. Platz 1997. 1988 wurde Gerd Reichling Pfälzischer Pokalmeister und 1989 wurde Adolf Wenk Pfalzmeister der Senioren. Gerd Reichling war daneben Teilnehmer vieler Deutscher Meisterschaften im Problemlösen. 1998 nahm er zudem an der Problemlöseweltmeisterschaft in Leningrad teil. Hinzu kommen noch etliche Titel auf Bezirksebene und überregionalen Turnieren von all unseren Spielern.

Leider verlor Bellheim nach dem Abstieg aus der 1. Rheinland-Pfalzliga 1999 viele starke Spieler und ist innerhalb weniger Jahre bis in die 1. Pfalzliga abgestiegen. Einen Aufschwung brachte die Saison 2005/06. Inzwischen verstärkt durch unseren "Internationalen Meister" Markus Klauser und durch Frank Salzgeber, die sofern es terminlich passt, extra aus der Schweiz anreisen um uns zu unterstützen, gewann die erste Mannschaft die Meisterschaft in der 1.Pfalzliga und den Wiederaufsteig in die 2. Rheinland-Pfalz-Liga. Hier gab es in der Saison 2008/09 einen "unvergessenen" letzten zentralen Spieltag, zu dem man als fast schon sicherer Absteiger gereist war. Rainer Kopf sicherte sich wenige Sekunden vor der Zeitüberschreitung ein unglaubliches Remis und rettete somit den 4,5:3,5 Sieg gegen Landskrone. Da gleichzeitig die beiden vor uns platzierten Mannschaften ganz überraschend verloren, konnten diese in der Tabelle überholt und somit in letzter Sekunde der Klassenerhalt geschafft werden.   

Der Schachclub Bellheim 1949 wünscht sich auch in Zukunft an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen zu können, weshalb seit einiger Zeit auch wieder die Jugendarbeit intensiv betrieben wird.